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Geschwisterkinder 21.04.2021 / Gelsenkirchen, 21.04.2021

Warum ist der Erstgeborene in der Schule ein Ass und beim Nesthäkchen hagelt es schlechte Noten? Geschwisterkonstellationen haben häufig sowohl Auswirkungen auf den IQ, als auch auf die Persönlichkeit.

Intelligente Erstgeborene

Eine wissenschaftliche Studie der „University of Edingburgh“ ergab, dass Erstgeborene anders gefördert werden als ihre Geschwister. In der Studie wurden 5.000 Kinder von ihrer Geburt bis zu ihrem 14 Lebensjahr beobachtet und regelmäßigen Tests unterzogen. Der IQ des Erstgeborenen lag schon im ersten Jahr in einem höheren Bereich als später der IQ der Geschwisterkinder im gleichen Alter. Naturgemäß schenkten Eltern dem Erstgeborenen mehr Aufmerksamkeit und Zeit. Zweit- oder Drittgeborene wurden weniger mental gefördert, zudem nahmen auch gemeinsame Aktivitäten wie Lesen, Basteln oder Musizieren ab.

Auswirkungen der Geburtenreihenfolge auf die Persönlichkeit

Der österreichische Arzt und Psychotherapeut Alfred Adler beschäftigte sich schon in den 1920er Jahren mit den Auswirkungen der Geschwisterkonstellation. Er stellte die Theorie auf, dass sich die Reihenfolge, in der man in eine Familie geboren wird, auf die Persönlichkeit auswirkt. Adlers Annahmen wurden seit ihrer Veröffentlichung von vielen Wissenschaftlern untermauert und sollen auch heute noch im Wesentlichen gelten.

Erstgeborene

Laut Adler sind Erstgeborene eher konservativ, macht-orientiert und bereit, die Führung zu übernehmen. Verantwortungsbewusst und fürsorglich kümmern sich Erstgeborene um die jüngeren Geschwister, so wachsen sie später zu toleranten Eltern heran, die sich nie scheuen, die Initiative zu ergreifen.

Zweitgeborene oder „Sandwich-Kinder“

Das zweitgeborene Kind ahmt dem Bruder oder der älteren Schwester nach und entwickelt so einen natürlichen Ehrgeiz, ohne dabei egoistisch zu sein. Sie verschaffen sich Anerkennung durch Hilfsbereitschaft und Kreativität.

Letztgeborenes Kind

Das jüngste Familienmitglied wächst mit Eltern und Geschwistern zu einem geselligen Menschen heran. Letztgeborene fühlen sich oftmals weniger unabhängig und selbstbewusst. Nesthäkchen machen sich häufiger Sorgen als ihre Geschwisterkinder.

Einzelkind

Einzelkinder konkurrieren laut Adler oft mit ihren Vätern. Übermäßig viel Aufmerksamkeit erhalten sie von ihren Eltern und erwarten dies auch von anderen. Einzelkindern spricht der Psychotherapeut Eigenschaften wie abhängig, selbstbezogen, fantasievoll und perfektionistisch zu.

Der richtige Umgang mit Geschwisterkindern

Letztendlich hat jedes Kind einen individuellen Charakter und ist einzigartig. Egal, ob Erstgeborene, Zweitgeborene oder Nesthäkchen - jedes Kind ist besonders. Klar hat es das Nesthäkchen schwer, mit den Geschwistern zu konkurrieren, dafür erfährt es aber vielleicht die besondere Fürsorge des älteren Bruders und entwickelt den Ehrgeiz, ihm nachzueifern. Kinder in „Sandwich-Positionen“ versuchen manchmal, durch besonders auffälliges Verhalten die Aufmerksamkeit der Eltern zu bekommen. Hier hilft es nur, hinzuschauen, Verständnis aufzubringen und auf Vergleiche mit den Geschwistern zu verzichten. Es gilt, das Kind zu ermutigen, indem man seine individuellen Stärken fördert und ihm vermittelt, dass es um seiner selbst willen geliebt wird.


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