*

Tipps bei den Hausaufgaben

Hausaufgaben - der Job Ihres Kindes

Sinnvoll unterstützen statt Arbeit abnehmen

Unterstützen Sie Ihr Kind und zeigen Sie Interesse an seinen schulischen Leistungen. Sie können Vokabeln abfragen, Texte diktieren, Tipps geben oder Lexika bereitstellen.

Helfen Sie Ihrem Kind, ohne ihm die Arbeit abzunehmen oder gar die Aufgaben zu erledigen. Geben Sie Denkanstöße und überlegen Sie zusammen, wie eine Aufgabe gelöst werden kann oder warum ein Rechenweg nicht geklappt hat. Ihr Kind lernt so, Fehler selbst zu erkennen und die eigene Leistung zu prüfen. Aber generell gilt: Die Hausaufgaben sind der Job Ihres Kindes. Eltern sollten nur beraten und keinesfalls der Nachhilfelehrer ihres Kindes sein. Sie helfen Ihrem Kind nicht, wenn Sie die Matheaufgaben schnell selbst rechnen oder das Referat mal eben selbst schreiben. Spätestens am nächsten Tag in der Schule wird klar, dass Ihr Kind die Aufgaben nicht verstanden bzw. nicht allein gelöst hat.

Gerade Schulanfänger brauchen anfangs noch viel Hilfe. Bei Grundschulkindern ist es daher sinnvoll, die Hausaufgaben immer zu begleiten und zeitweise dabei zu sitzen. Doch je älter das Kind ist, desto selbstständiger sollte es sein Lernen gestalten können.

Unterstützen Sie Ihr Kind mit gezielten Fragen, so dass es die Lösung eigenständig erarbeiten kann. Auch der Lehrer bekommt nur auf diese Weise ein realistisches Bild davon, ob und wie Ihr Kind das gestellte Pensum bewältigt.

Legen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind fest, wann die Aufgaben erledigt werden sollen. Die Zeit dafür sollte einen festen Platz im Tagesablauf haben. Tipps für ein sinnvolles Zeitmanagement finden Sie im nächsten Kapitel.

Zeitmanagement - Lernen mit Struktur

Feste Strukturen und Abmachungen sind wichtig, damit das Lernen und die Hausaufgaben nicht zu einem Dauerstressthema werden.

  • Die Hausaufgaben sollten einen festen Platz im Tagesablauf haben und an einem festen Arbeitsplatz erledigt werden. Das hat den Vorteil, dass alle benötigten Unterlagen bereitliegen und keine Zeit mit Suchen verschwendet werden muss.

Mit Wochenplan und festen Zeiten zum Erfolg

Kinder sollten bereits früh zu Selbstständigkeit und Eigenverantwortung erzogen werden. Schon Grundschüler sollten ihr Kinderzimmer selbst aufräumen und lernen, ihre Schultasche selbst zu packen und auf dem Schreibtisch Ordnung zu halten. Diese Selbstständigkeit ist eine wichtige Voraussetzung für stressfreies Lernen.

Außer auf diese Selbstständigkeit kommt es auf eine gute Planung an. Mit einem Wochenplan lässt sich die Schulwoche gut strukturieren und darüber hinaus lassen sich alle festen Termine wie Essenszeiten, sportliche Aktivitäten, sonstige Freizeitaktivitäten und feste Lernzeiten eintragen. Ihr Kind sieht so auf einen Blick, dass feste Lernzeiten genauso wichtig wie andere Termine sind und ernst genommen sowie eingehalten werden müssen.

Den Zeitdiebenauf der Spur

Herausfinden, wo die Zeit bleibt

Gehen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind auf die Suche nach den „Zeitdieben“ und finden Sie heraus, welche Gewohnheiten man ändern muss, um effizienter lernen zu können. Legen Sie sich dazu am besten eine Checkliste an und füllen Sie sie gemeinsam mit Ihrem Kind aus.

Der Arbeitsplatz

Die Basis für das tägliche Lernen

Kinder brauchen einen festen Ort für Hausaufgaben und Lernübungen. Ein strukturierter, heller Arbeitsplatz ist wichtig, damit sich Ihr Kind beim Lernen wohl fühlt. Lexika, Zirkel, Anspitzer und Stifte sollten bereitliegen. Ein fester Platz, an dem die Aufgaben erledigt werden, hat den Vorteil, dass man seine Lernmaterialien nicht suchen muss und mit dem Lernen direkt dort weitermachen kann, wo man aufgehört hat. Kurz: Eine feste Ordnung spart Zeit und Energie.

  • Der Schreibtisch sollte aufgeräumt sein.

Während der Hausaufgaben sollten nur die benötigten Lernmaterialien auf dem Tisch liegen. Handy oder MP3-Player lenken vom Lernen ab. Hintergrundmusik ist dann erlaubt, wenn es sich um einfache Arbeiten handelt, wie Ausschneiden, Kleben oder Ausmalen.

  • Der richtige Schreibtischstuhl für Ihr Kind ist ergonomisch, höhenverstellbar, stabil und TÜV-geprüft.

Ihr Kind sollte gerade darauf sitzen und mit den Füßen fest auf dem Boden stehen.

  • Das Zimmer sollte gut gelüftet sein.

Ein warmes Zimmer ist schön, aber mit Wärme verbinden wir Entspannung – und genau das sollte beim Lernen nicht der Fall sein. Also: Temperatur runter – Konzentration rauf. Und zwischendurch ruhig öfter mal das Fenster öffnen!

Lerntechniken

Tipps und kleine Helfer für den Lernerfolg

Es gibt verschiedene Gründe dafür, weshalb wir Dinge allzu leicht vergessen. Um den Stoff besser zu behalten, können schon kleinste Änderungen der Lerngewohnheiten helfen. Kinder machen häufig den Fehler, zuerst alle schriftlichen Hausaufgaben zu erledigen und dann die mündlichen oder umgekehrt. Das Problem dabei besteht darin, dass beim Erledigen aller mündlichen Hausaufgaben an einem Stück das Gehirn schnell ermüdet und oft nicht in der Lage ist, den alten Stoff zu verarbeiten, bevor neuer dazukommt. Diesem Problem kann man vorbeugen, indem man der Reihe nach immer erst ein Fach schriftlich und mündlich abschließt, bevor man mit dem neuen beginnt.

Also: Nach einer Lerneinheit Vokabeln besser das Gehirn entlasten und etwas schriftlich machen. Auch das Lernen ähnlicher Inhalte sollte nicht unmittelbar hintereinander erfolgen, um dem Gehirn Zeit zu geben, die Informationen an der richtigen Stelle zu speichern. Und ganz wichtig: Pausen nicht vergessen. Schon eine halbe Stunde Bewegung an der frischen Luft kann helfen, den Kopf freizubekommen.

Der Expertesagt dazu …Hausaufgaben spielend meistern

Schüler, die mehr leisten könnten – es aber nicht tun: Als ehemaliger Lehrer und Schulpsychologe weiß ich nur zu gut, wie wichtig es ist, Schülerinnen und Schüler zum richtigen Lernen zu motivieren.Denn Lernen muss man lernen. So simpel die Aussage erscheinen mag, so komplex ist die Umsetzung im Schulalltag. Zentral für den Lernerfolg des Schülers sind neben Fachwissen, sozialen und emotionalen Kompetenzen (wie Kontaktfreudigkeit und Motivation) vor allem das Lern- und Arbeitsverhalten. Die gezielte Förderung von Lern- und Arbeitstechniken fängt in der Schule an. Hausaufgaben sind dabei ein sehr wichtiger Faktor beim Erlangen der wesentlichen Kompetenzen. Eine zentrale Regel ergibt sich aus der empirischen Lernforschung: Mäßiges, aber regelmäßiges Lernen ist entscheidend für den Lernerfolg! Lehrer sollten Schüler entsprechend fördern, allerdings dienen Hausaufgaben lediglich der Vertiefung bzw. Übung des im Unterricht behandelten Schulstoffs und können niemals den Unterricht ersetzen!

Motivation durch gute Planung

Das richtige Gefühl für Zeit spielt beim erfolgreichen Lernen eine zentrale Rolle. Der Schüler muss selbst in der Praxis lernen, wie er ein sinnvolles Zeitmanagement aufbauen kann. Mit Lern- und Wochenplänen, die regelmäßig in der Schule besprochen, d. h. reflektiert, werden, bekommen die Kinder ein Gefühl für ihr individuelles Lernverhalten. Wenn schwächere Schüler in einergemeinsamen Reflexion am eigenen Beispiel erfahren, dass ihr aufgestellter Wochenplan nicht ausreicht, so wirkt das nachhaltiger, als wenn der Lehrer ihnen dies nur „predigt“. Die Kinder müssen selbst verstehen, dass feste Lernzeiten am Nachmittag denselben Stellenwert wie andere Termine oder Freizeitaktivitäten haben und genauso ernst genommen und eingehalten werden müssen. Wenn Schüler die Pläne als Hilfsmittel verstehen, um mit ihrer Zeit zielgerichteter umzugehen, werden sie daraus langfristig Motivation schöpfen.

Schülerhilfe Glossar