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Das erste Smartphone fürs Kind 11.03.2021 / Gelsenkirchen, 01.02.2021

Aufwachsen in einer digitalen Welt

Während viele Eltern erst im jungen Erwachsenenalter ihr erstes Smartphone in der Hand hielten, besitzen Kinder und Jugendliche heute zum Teil schon in der Grundschule ein Handy. Laut Statista sind es bei den 8- bis 9-Jährigen bereits 33 Prozent, im Alter zwischen 10 und 11 Jahren sogar 75 Prozent. Was für die Kids Spaß und Unabhängigkeit bedeutet, versetzt jedoch viele Eltern in Sorge um die Sicherheit im Netz. Wir haben daher sechs Tipps für Sie, was Sie beim ersten Handy Ihres Kindes beachten sollten.

1. Safety first: Zeit für ein offenes Gespräch

Ab welchem Alter Ihr Nachwuchs bereit für ein eigenes Handy ist, lässt sich so pauschal nicht beantworten. In der Regel sind Kinder jedoch ab 11 Jahren soweit Verantwortung im Umgang mit einem Smartphone zu übernehmen. Bevor Sie gemeinsam eines aussuchen, sollten Sie allerdings ein offenes Gespräch über die Sicherheit im Internet führen. Hierbei geht es jedoch nicht darum, Verbote auszusprechen. Vielmehr sollten Sie frühzeitig über den Umgang mit digitalen Medien aufklären und Ihre Kinder dabei unterstützen, die Risiken selbstständig erkennen und einschätzen zu können. So lernen sie mit der neuen Aufgabe verantwortungsvoll umzugehen. Schaffen Sie auch Raum für Fragen und Bedenken beider Seiten, damit die Kids wissen, dass sie sich auch später jederzeit vertrauensvoll an Sie wenden können, wenn es Probleme mit dem Handy gibt.

2. Die Qual der Wahl: Das richtige Handy

Es gibt unendlich viele Smartphones auf dem Markt und sicher haben Ihre Kids auch ihre ganz eigenen Präferenzen. Nehmen Sie sich aber die Zeit, gemeinsam verschiedene Angebote zu vergleichen und das Für und Wider abzuwägen. Schließlich geht es nicht darum, den Mitschüler*innen das neueste Marken-Gerät vorzuführen, sondern ein Handy zu finden, das zu den eigenen Bedürfnissen passt. Je nach Alter des Kindes kann es auch sinnvoll sein, ein robusteres oder bereits gebrauchtes Gerät anzuschaffen. Falls das Telefon dann mal herunterfällt, ist der Verlust nicht allzu groß!

3. Vorsicht Kostenfalle: Augen auf beim Handytarif

Ein Smartphone kostet Geld - nicht nur in der Anschaffung, sondern auch in der Nutzung. Machen Sie Ihren Kids klar, dass damit eine große Verantwortung einhergeht. Schließlich braucht es nur ein paar falsche Klicks und im schlimmsten Fall wird eine ganze Menge Geld ausgegeben. Um sich und Ihren Nachwuchs vor versteckten Kosten zu schützen, können Sie bereits bei der Tarifwahl vorsorgen. Hier bieten sich Prepaid-Karten oder Laufzeitverträge mit monatlicher Kostenbegrenzung an. Bei vielen Anbietern sind zudem spezielle Verträge für Kinder und Jugendliche erhältlich.

4. Sicherheitseinstellungen: Geduld zahlt sich aus

Wenn das erste Handy da ist, möchte der Nachwuchs sicher gleich loslegen und alle möglichen Funktionen ausprobieren. Vorher sollten Sie jedoch noch einige Sicherheitseinstellungen vornehmen. Schützen Sie das Telefon zunächst vor unberechtigtem Zugriff und stellen Sie eine Bildschirmsperre ein. Gerade bei jüngeren Kindern sollten Sie hier darauf achten, dass mindestens ein Elternteil den Code kennt. Nehmen Sie zudem einige Einstellungen zu den Apps vor: Diese sollten sie am Anfang nicht selbstständig herunterladen können. Auch In-App-Käufe, die häufig eine Kostenfalle darstellen, können von vorneherein ausgestellt (Apple) oder zumindest mit einem PIN versehen werden (Android). Zudem sollte keine Zahlungsmethode hinterlegt werden, um sich hier doppelt abzusichern.

Und apropos Apps: Schützen Sie ihre Kinder, indem Sie kindgerechte Anwendungen vorinstallieren. Beispielsweise Suchmaschinen wie „Frag FINN“ oder „Blinde Kuh“. Nutzen Sie außerdem Kindersicherungs-Apps wie Google Family Link, über die Sie die Nutzungszeit von Anwendungen beschränken können.

5. Youtube, Instagram und TikTok: Das Problem mit den Sozialen Medien

Soziale Medien üben gerade auf Kinder und Jugendliche eine große Faszination aus. Jedoch ist es wichtig, im Vorfeld über die richtige Nutzung solcher Apps aufzuklären. Denn leider wird Datenschutz auf Social Media nicht immer großgeschrieben. Sensibilisieren Sie Ihre Kids daher für einen verantwortungsvollen Umgang mit den eigenen Daten. Was vielen nämlich nicht bewusst ist: Stellen sie beispielsweise ein Video von sich bei TikTok online, steht dieses für jeden im Netz zur freien Verfügung. Hier ist es zwingend notwendig, dass Kinder niemals ihren vollständigen Namen oder ihre Wohnadresse angeben, auch nicht in privaten Unterhaltungen. Der Kanal Youtube bietet zudem die Möglichkeit, den „eingeschränkten Modus“ zu aktivieren, über den nicht-jugendfreie Inhalte ausgeblendet werden.

6. Nutzungsregeln vereinbaren: Die Nettiquette

Fast geschafft! Ihre Kinder halten nun ein sicheres Smartphone in den Händen. Trotzdem sollten vor der Nutzung noch einige Absprachen getroffen werden. Am wichtigsten: Nutzungszeiten vereinbaren! Das könnte eine bestimmte Stundenzahl am Tag sein oder Sie legen Pausenzeiten fest: zum Beispiel das gemeinsame Essen, die Zeit vor dem Schlafengehen oder während der Hausaufgaben. Nachts sollte das Handy für die Kinder nicht erreichbar sein, bzw. von den Eltern „einkassiert“ werden, damit sie keine heimlichen Nachtschichten einlegen. Sensibilisieren Sie die Kids auch dahingehend, dass die Smartphone-Nutzung andere stören könnte: In der Bahn, in Wartezimmern oder zu Besuch bei Freund*innen kommen laute Musik oder Gespräche meist nicht gut an. Auch die Frage, wie man im Internet kommuniziert, sollte besprochen werden. Denn hier gilt genauso: Ein achtsamer Umgang mit allen Mitmenschen ist das A und O!


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